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Projekt „Erneuerung und Sanierung Schwimmbad Lido“ wird nicht weiterverfolgt

26. Juni 2020
Der Stadtrat setzt bei der Planung eines neuen Freibads auf einen Neustart. Das bisherige Projekt „Erneuerung und Sanierung Schwimmbad Lido“ (Vorprojekt Plus), lässt sich im Rahmen des bewilligten Baukredits von 27,5 Mio. Franken nicht realisieren. Eine externe, unabhängige Zweitmeinung zu den Kostenüberschreitungen, die sich im Dezember 2019 abzeichneten, zeigt: Der Preis für das von der Bürgerschaft genehmigte Projekt würde wohl mindestens 33 Mio. Franken betragen. Allerdings ist diese Zahl nach wie vor mit Unsicherheit behaftet. Der Stadtrat hat aufgrund der offenen Fragen und der hohen Kosten entschieden, das Projekt nicht weiterzuverfolgen. Der Bedarf für ein neues Freibad hingegen ist unbestritten.

Im Dezember 2019 beschloss der Stadtrat, das Projekt „Erneuerung und Sanierung Schwimmbad Lido“ zu sistieren. Dies nachdem der Baukredit in der Höhe von rund 27,5 Mio. Franken, den die Bürgerschaft im November 2018 an der Urne genehmigt hatte, nicht eingehalten werden konnte. Im schlimmsten Fall ging man damals von einer Kostenüberschreitung von über 5 Mio. Franken aus. Die aktuellsten Zahlen bestätigen diese Befürchtungen und weisen inzwischen Kostenüberschreitungen von rund 6 Mio. Franken aus.

Der Stadtrat setzte im Nachgang zur Projektsistierung eine externe, unabhängige Projektleitung ein, um Gewissheit über die effektiven Kosten zu erlangen sowie die Verantwortlichkeiten für die Kostenüberschreitungen zu klären. Gleichzeitig soll die Machbarkeit des bestehenden Projekts aufgezeigt werden.

Im Wesentlichen bemängelt die externe Expertise die Führung und Koordination des Projekts durch die Gesamtleitung, welche den Architekten von Meletta Strebel Architekten, Zürich, oblag. Die abschliessende Dokumentation zum Vorprojekt Plus wies von den einzelnen Planern unterschiedliche und teilweise widersprüchliche Planungsstände aus. Kontrollen und Konsolidierungen von Arbeitsergebnissen waren zu wenig aufeinander abgestimmt, Kosteninformationen fehlten teilweise oder fielen mangels Abstimmung falsch aus. Unzureichend war insbesondere das mangelhafte Fundationskonzept des Bauingenieurs Tiefbau, was aufgrund des schwierigen Baugrunds im Lido besonders schwerwiegend ist. Seitens Stadt fehlte eine klare Definition der Projektanforderungen im Vorfeld der Projektierung sowie ein griffiger Prozess zur Überwachung und Prüfung von Arbeitsergebnissen. Erschwerend kam hinzu, dass sich einzelne Anforderungen an das Projekt veränderten und sich auch die Bedürfnisse verschiedener Anspruchsgruppen wandelten. In der Folge mussten bereits während der Erarbeitung des Vorprojekts Plus und des Bauprojekts Projektanpassungen vorgenommen werden, was zu Abstimmungsschwierigkeiten bei der Planung führte. Die Stadt wird die Erkenntnisse der Expertise zur Optimierung von Organisation und Prozessen bei zukünftigen Bauprojekten berücksichtigen.

Das Ziel, Klarheit über die effektiven Kosten mit einer Genauigkeit von +/- 10 Prozent zu ermitteln, wurde verfehlt. Den Architekten ist es im Rahmen der Gesamtleitung nicht gelungen, eine verlässliche Kostenschätzung aufgrund einer konsolidierten Planung zu erstellen. In der Folge sind die bis heute ermittelten Mehrkosten von rund 6 Mio. Franken nach wie vor mit Unsicherheiten behaftet: Sie basieren nicht auf einem einheitlichen Kostenvoranschlag, der in allen Punkten dem aktuellsten Stand der Planung entspricht, sondern auf einer Berechnung von Mehr- und Minderkosten im Vergleich zum Vorprojekt Plus.

Dem Stadtrat scheint es insbesondere aufgrund der derzeit offensichtlichen Kostenüberschreitungen, der nach wie vor vorhandenen hohen Risiken bei der Kostensituation sowie den Mängeln bei der Planung unverantwortlich, weiter auf das Projekt zu setzen. Das Vertrauen in die Machbarkeit des Projekts und in das Planungsteam fehlt. Er ist aber der Auffassung, dass der Bedarf für ein Freibad in Rapperswil-Jona ausgewiesen ist. Nun ist zu klären, in welcher Form ein neues Freibad entstehen soll.

Die bereits angefallenen Planungskosten für die Erneuerung und Sanierung des Schwimmbads belaufen sich auf rund 2 Mio. Franken. Der Stadtrat wird zur Frage der Verteilung von Planungskosten Gespräche mit den verantwortlichen Planern aufnehmen.

Die Betriebsbewilligung des Kantons für das bestehende Freibad Lido gilt einstweilen bis zu Beginn der Erneuerung. Der Stadtrat wird die Möglichkeiten für den weiteren Betrieb des Schwimmbads Lido mit dem Kanton klären.

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