Willkommen auf der Website der Gemeinde Stadt Rapperswil-Jona



Sprungnavigation

Von hier aus können Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen
Stadtverwaltung Rapperswil-Jona
St. Gallerstrasse 40
8645 Jona
055 225 70 00

stadt@rj.sg.ch


News

Druck Version PDF

Mittelschulstandort überdenken, demographische Entwicklung berücksichtigen

Der Stadtrat hat die regierungsrätliche Antwort auf die Interpellation „Kantonsschule Wattwil – zwei Standorte prüfen“ aus bildungspolitischer Perspektive diskutiert. Er nimmt zur Kenntnis, dass die Regierung eine Zwei-Standorte-Lösung als untauglich einschätzt. Der Stadtrat fordert den Regierungsrat auf, alternative Lösungen aufzuzeigen, welche der demographischen Entwicklung angemessen Rechnung tragen. Einen folgenschweren Fehlentscheid aus regionalpolitischen Überlegungen gilt es zu vermeiden.

Eine neue Kantonsschule für rund 700 Schüler soll dort gebaut werden, wo ein überwiegender Teil der Schüler herkommt. Heute stammen 74 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil aus dem Linthgebiet, davon 41 Prozent aus Rapperswil-Jona. Der Anteil der Schüler aus dem Linthgebiet wird gemäss demographischen Daten und auch nach Einschätzung der Regierung weiter zunehmen. Dass die tiefe Belegung der Kantonsschule mit Schülerinnen und Schülern aus dem Toggenburg durch Förderungsmassnahmen für „talentierte und willige Jugendliche“ spürbar eingedämmt werden kann, ist zwar gut gemeint, letztlich aber Wunschdenken. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die Maturitätsquote im zunehmend städtisch geprägten Rapperswil-Jona auch weiterhin überdurchschnittlich zunehmen wird.

Dass die Nähe der Schule zum Gros ihrer Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Faktor ist, betont gerade die Regierung in ihrer Interpellationsantwort: „… Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Schülerinnen und Schüler fast ausnahmslos jene Schule favorisieren, die für sie mit dem kürzesten Schulweg verbunden ist. ...“. Der Standortentscheid zugunsten von Wattwil ist aus diesem Blickwinkel zu überdenken. Eine neue Kantonsschule soll mit Weitblick und bedürfnisgerecht und nicht überwiegend aus regionalpolitischen Überlegungen gebaut werden.

Die regierungsrätlichen Überlegungen zur Zwei-Standorte-Idee der Kantonsräte Suter, Rüegg, Göldi muten etwas gar umständlich und verwirrend an. Allerdings kann der Stadtrat nachvollziehen, dass eine Kompromisslösung in Form einer Zwei-Standorte-Lösung nicht nur Vorteile bietet. Der Regierungsrat gewichtet die Nachteile stärker als die Vorteile eines Kompromisses, welcher dem Bildungsstandort Rapperswil-Jona und der Mehrheit der Mittelschülerinnen und Mittelschüler zugutegekommen wären.

Die regierungsrätlichen Ausführungen zur Kostenfrage sind äusserst vage. Allerdings entsteht der Eindruck, dass in Wattwil dank des geplanten Schulcampus eine kostenoptimierte Lösung realisiert werden soll. Die Regierung geht allerdings kaum auf die Möglichkeit ein, dass auch in Rapperswil-Jona ein Schulcampus zusammen mit dem neuen BWZ möglich wäre, sodass Infrastruktur wie Sportanlagen, Mensa, Aula, Bibliothek und Mehrzweckräume ebenfalls gemeinsam genutzt werden könnten. Bereits zur Verfügung stehen würden die nahegelegenen Sportanlagen im Grünfeld, welche schon heute durch Schülerinnen und Schüler des BWZ genutzt werden. Ob am Standort Wattwil unter Berücksichtigung der ganzen erforderlichen Infrastruktur ein vergleichsweise günstiger Neubau möglich sein wird, wird die in Kürze erwartete Vorlage der Regierung zur neuen Kantonsschule zeigen.

Zusammenfassend kommt der Stadtrat – gerade aufgrund der jüngsten Entwicklung der Schülerzahlen – nicht umhin, die Standortfrage noch einmal ganz grundsätzlich aufzuwerfen. Der Stadtrat erwartet, dass der Kantonsrat die Vorlage gesamtheitlich prüft und Aspekte der Demographie und der Kosten angemessen in seine Überlegungen einbezieht. Eine Rückweisung der Vorlage würde ausreichend Zeit schaffen, eine zukunftsfähige, bildungspolitisch und demographisch ausgereifte Vorlage auszuarbeiten. Ein regionalpolitischer Fehlentscheid würde sich mit vernünftiger Kostenfolge nicht mehr korrigieren lassen.


Grafik
 

Datum der Neuigkeit 26. Nov. 2018