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Stadtverwaltung Rapperswil-Jona
St. Gallerstrasse 40
8645 Jona
055 225 70 00

stadt@rj.sg.ch


Geschichte

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Zuerst Kanton Linth, dann Kanton St. Gallen

 

1798 brachte die französische Revolution auch in der Eidgenossenschaft den Zusammenbruch der alten Ordnung: das reiche Rapperswil verlor die ehemaligen Untertanengebiete, diese wurden frei und selbständig. Napoleon verfügte die Neueinteilung der eidgenössischen Kantone: ein Kanton Linth umfasste nun unter anderen Gebieten die Linthebene, die schwyzerische March sowie Glarus. Rapperswil war einige Wochen sogar die Hauptstadt dieses neuen Kantons.

Doch hatte diese erzwungene Einteilung keinen Bestand: Bereits fünf Jahre später erfolgte wieder eine Neuaufteilung, 1803 entstand der Kanton St. Gallen, dem Rapperswil und Jona als westlichste Gemeinden zugeteilt wurden.

Herrschaft und Untertanengebiet
Die französische Revolution, am 14. Juli 1789 in Paris ausgebrochen, brachte die alte Ordnung zwischen Herren und Untertanen in Europa zum Einsturz. Als neun Jahre später die napoleonischen Heere auch das Gebiet der Eidgenossenschaft "befreiten", verlor am 1. Mai 1798 mit dem Einmarsch des französischen Generals Nouvion auch das stolze Rapperswil seinen Herrschaftsanspruch über die Untertanengebiete. Die Bewohner im Umland der Stadt, ungefähr im Gebiet der heutigen Gemeinde Jona, erkämpften sich gleiche Rechte wie die Stadtbürger.

Auf französischen Befehl erhielt die Schweiz eine neue Verfassung (Helvetik). Neue Verwaltungsbezirke wurden gebildet (cantons), darunter auch der Kanton Linth. Rapperswil und Jona bildeten darin zwei eigenständige "Municipalgemeinden". Das ehemalige Untertanengebiet wurde damit zum ersten Mal eine selbständige Gemeinde mit allen Rechten und Pflichten. Dieser Übergang gestaltet sich sehr schwierig; schwer drückten vor allem die finanziellen Lasten die jungen Gemeinde, wie Armenfürsorge, Strassenunterhalt aber auch zu geringe Steuereinnahmen. Dazu kam die fehlende Bereitschaft der ehemaligen Herren aus der Stadt zum Lastenausgleich.

Schon gab es Pläne in der neuen Gemeinde, sich wieder der Stadt anzuschliessen und die eben errungene Selbständigkeit aufzugeben, doch das gegenseitige Misstrauen war zu gross. Als Napoleon 1803 der Schweiz wieder eine neue Verfassung gab, die Mediationsakte, wurden die Alten Orte in ihrem ehemaligen Gebietsumfang grösstenteils wieder hergestellt. Aus den restlichen Gebieten schaffte man neue Kantone, darunter auch den Kanton St. Gallen. In der Verfassung dieses Kantons blieben die beiden Gemeinden Rapperswil und Jona getrennt. 1804 legte schliesslich der Regierungsrat die Gemeindegrenzen endgültig fest. Dabei wurde Rapperswil auf das Gebiet der eigentlichen Stadt beschränkt, das ganze Umland gehörte nun zur Gemeinde Jona, mit einer Ausnahme allerdings: Die Ableitung des Stadtbachs aus dem Fluss Jona blieb in Rapperswiler Besitz, da dessen Wasserkraft für die Fabrikbetriebe lebenswichtig war.

In wirtschaftlicher Hinsicht profitierte Rapperswil von dieser Loslösung. Jona musste sich von den ehemaligen Abgaben und Grundzinsen loskaufen und aus dem Verkauf einiger Liegenschaften der Stadt auf dem Gemeindegebiet von Jona löste Rapperswil bedeutende Summen. So war Jona gezwungen, die Allmeinden (den Bodenbesitz der Gemeinde) unter seine Bürger aufzuteilen, während Rapperswil seine Besitzungen in der Hand der Öffentlichkeit behalten und durch die Genossengemeinde (heute Ortsverwaltungsrat) verwalten und bewirtschaften konnte. Noch heute gilt daher die Rapperswiler Ortsgemeinde als "reiche" Land- und Waldbesitzerin. Die Erträge werden jedoch nicht mehr unter die Bürger verteilt, sondern für kulturelle und soziale Aufgaben verwendet.

Karte von Rapperswil-Jona aus dem Jahr 1804

Karte von Rapperswil-Jona aus dem Jahr 1804
 

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