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Geschichte

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Archäologische Funde

 

Seit 1997/98 erkunden archäologische Taucherequipen systematisch die Uferregionen des Zürichsees und des Obersees auf st. gallischer und schwyzerischer Seite. Dabei entdeckten sie im Bereich des Seedamms eine Reihe hochinteressanter Fundstellen.

Prähistorische Holzbrücke
Nach neusten Erkenntnissen reicht die Geschichte einer Fussgängerverbindung über den See bei Rapperswil ungefähr 3500 Jahre zurück in die Urzeit. Die ältesten auf dem Seegrund aufgefundenen Pfosten wurden auf 1525 v. Chr. datiert. Die massive Holzkonstruktion lässt vermuten, dass es sich nicht nur um Überreste sogenannter Prügelwege handelt, wie sie in sumpfigem Gelände oft angelegt wurden, sondern um eine solide Brückenkonstruktion, die Vieh und leichte Wagen zu tragen vermochte. Ähnliche Brückenüberreste wurden bisher in Europa nur in der Themse bei London gefunden.

Dorf aus der Bronzezeit (ca 1800 bis 800 v. Chr.)
Zwischen dem neuen Holzsteg und der Hochschule Rapperswil stiessen die Forscher auf die Reste eines Dorfes aus dem 16. Jahrhunder v. Chr. Es war mit einer Palissade geschützt und hatte die Ausdehnung von ungefähr 100x100m. Die Fülle der Fundgegenstände zeigt die hohe Bedeutung der ehemaligen Inselsiedlung: Neben Scherben von Keramikgefässen entdeckten die Taucher auch Nadeln und Werkzeuge aus Bronze, ein Stück Golddraht sowie, als besonders wertvolles Stück, die Gussform eines Rasiermessers aus Speckstein. Diese Fundgegenstände weisen auf ein dichtes Netz von Handelsbeziehungen hin, da sämtliche Materialien von weit her importiert werden mussten. Zudem kannte man Rasiermesser, wie sie in der gefundenen Gussform hergestellt wurden, bisher nur in Graubünden und im österreichischen Salzkammergut.

Dicht besiedeltes Gebiet
Nicht nur in Ufernähe finden sich Spuren früherer Bewohner. Die ältesten Fundstücke sind zwei Steinbeile aus der Jüngeren Steinzeit (ca. 2800 bis 1800 v. Chr.), die in Kempraten (Rapperswil-Jona) und im Rapperswiler Südquartier entdeckt wurden. Im Balmenrain (Gemeinde Eschenbach) liegen mehrere Grabhügel aus der Eisenzeit (ca. 800 bis 500 v. Chr.). Am deutlichsten ist die römische Besiedelung in Kempraten (Centum Prata) dokumentiert: Neben einer Friedhofanlage, einem Töpferofen und verschiedenen Wohnhäusern stiessen die Forscher sogar auf die Grundmauern eines ehemaligen Tempels. Weitere Zeugen aus der Römerzeit wurden in Wagen und Busskirch (Rapperswil-Jona) entdeckt. Schliesslich gaben Alemannengräber Hinweise auf die Besiedlung unserer Region durch unsere direkten Vorfahren.

Ein Teil dieser Zeitzeugen sind heute öffentlich zugänglich, die wertvollsten Kleinfunde sind im Heimatmuseum am Herrenberg ausgestellt.

Tempelsäule (Foto: Jean-Pierre Bachmann)

Tempelsäule
 

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