Das geplante neue Stadtmuseum baut auf neuem Selbstverständnis

12.11.2009

Mit der Vereinigung von Rapperswil-Jona am 1. Januar 2007 sind Stadt und Ortsgemeinde Rapperswil-Jona im Kulturbereich verstärkt zusammengerückt. Über Sanierung des Stadtmuseums samt Neubau „Janus“ in der Altstadt, werden die Bürger im kommenden Dezember entscheiden. Das Projekt wird von beiden Gemeinden gemeinsam getragen und wird das Selbstverständnis der Stadt entscheidend festigen.

 

Kultur hat in Rapperswil-Jona eine lange Tradition. Davon zeugen nicht nur zahlreiche kulturell wertvolle Bauten und Einrichtungen, sondern auch das reiche Kulturleben. Öffentliche Körperschaften, Vereine, Institutionen und Privatpersonen engagieren sich auf vielfältige Art und mit grossem Aufwand und tragen so zu einer Kulturstadt mit vielen Facetten bei. Kultur ist ein wichtiger Bestandteil des städtischen Lebens. Bezüglich Stadtgeschichte und städtischer Identität kommt dem seit 1958 bestehenden Stadtmuseum am Herrenberg in der Rapperswiler Altstadt eine zentrale Rolle zu.

Spätgotische Anlage mit neuem Erschliessungsteil

Die spätgotische Breny-Liegenschaft, Wohnhaus und auch Teil der früheren Befestigungsanlage, ist in seiner heutigen Form 1492/1542 entstanden. Normen der Feuersicherheit können heute nicht mehr erfüllt werden. Notausgänge der sehr schwierig erschlossenen Anlage fehlen gänzlich. Parallel zu diesen Erkenntnissen stand seit 2002 zunehmend auch die Fusion von Rapperswil und Jona wieder zur Debatte. Daraus entstand der Wunsch der Ortsgemeinde, den für die Stadt, für Stadtbewohner wie für Schulen und Tourismus so wichtigen Ort neu zu orientieren. Das 1960 entstandene „mittelalterlich“ entworfene Zwischengebäude soll nun durch einen neuen Erschliessungsbau ersetzt werden. Das Siegerprojekt ‚Janus’ des Bieler Architekten-Teams :mlzd ist 2007 aus einem international ausgeschriebenen Wettbewerb hervorgegangen. Vom gleichen Architekturbüro stammen auch die Pläne der eben diesen Sommer eröffneten Erweiterung des Historischen Museums in Bern.

Das Neubauprojekt verhilft dem Stadtmuseum Rapperswil-Jona zu einem, seiner öffentlichen Bedeutung angemessenen Auftritt. Es richtet sich über die Stadtgrenzen hinaus an ein kulturell interessiertes Publikum und präsentiert Museum und Stadt als attraktives Ausflugsziel. Das Gebäude wird behutsam in die Altstadt integriert. Die für die Stadtansicht wichtige Nordseite bleibt unverändert. Im historischen Gassenbild von der Pfarrkirche und vom Engelplatz her hält sich der Neubau diskret im Hintergrund. Mit der neuen Terrainsituation und der zurückhaltenden Bronzehaut wird im Nahbereich ein neuer Akzent gesetzt, welcher als Hauptzugang zu einem modernen Museumsbau lesbar ist. Als Neubauteil des Ensembles erfüllt ‚Janus’ alle haustechnischen und betrieblichen Anforderungen (Lift, Klima usw.) eines modernen, ganzjährigen Museumsbetriebs und ermöglicht so den historischen Bestandsbauten eine Existenz als authentische Zeugen ihrer Zeit.

Attraktiv, interaktiv und leicht verständlich

Die neuen Räume, die mit ‚Janus’ zur Verfügung stehen werden, erweitern das Spektrum des Museums in räumlicher, betrieblicher und kuratorischer Sicht. Auch inhaltlich wie gestalterisch wird das Museum neuorientiert. Die heute rund 800jährige Stadtgeschichte Rapperswil-Jona wird thematisch bis in die Aktualität des mobilen und vernetzten Agglomerationsraumes am Obersee erweitert. Aktuelle Wirtschaftsschlager wie Zirkus Knie, Geberit, Rapperswil-Jona-Lakers u.a. fügen sich selbstverständlich in die Reihe der sehr bewegten Entwicklungsprozesse der Stadt, die erst unter habsburgischer, ab 1464 bis 1798 unter eidgenössischer Schirmherrschaft stand.

Die bestehende historische Bausubstanz und Inneneinrichtung eröffnet ein spannendes, selbstbewusstes und zeitgenössisches Gegenüber zwischen Altbauten und dem Neubau. Das subtil entwickelte Museumskonzept der Zürcher Firma raumprodukt gmbh ist in enger Zusammenarbeit mit lokalen und auswärtigen Experten entwickelt worden. Die Gebäudestrukturen erleichtern thematische Zuordnungen, die anderseits die Orientierung im Gebäudekomplex und die Abfolge des Geschichteerzählens optimieren. Inszenierungen sowohl in der modernen Architektur wie auch im sich vorfindenden historischen Ambiente lassen sich optimal integrieren.

Attraktiv, interaktiv und leicht verständlich wird das neue Stadtmuseum sein, auch für Schulen und Touristen. Statt einer konventionellen Präsentation der Sammlungsobjekte wählt das Projekt eine szenisch didaktische: eine Mischung von Geschichtserlebnis und Informationsvermittlung. Schlüsselobjekte aus der Sammlung veranschaulichen im Zusammenspiel von visuellen und akustischen Umsetzungen die Inhalte.

Bürgerentscheide im Dezember 2009

Das Projekt ‚Janus’ steht nun zur Antragsstellung vor den beiden Gemeinden bereit. Investitions- und Betriebskosten werden hälftig getragen und kosten so Ortsgemeinde und Politische Gemeinde Rapperswil-Jona je Fr. 2'795'000. Gleichzeitig mit der Realisation des Projektes „Janus“ sollen die in der Zwischenzeit aufgelaufenen Unterhaltsarbeiten an den Fassaden, Fenstern und Dächern der historischen Gebäude sowie der Stadtmauer angegangen werden. Diese Arbeiten werden von der Ortsgemeinde getragen und sind im Finanzierungsplan separat ausgewiesen.

Einblicke in das neue Stadtmuseum Rapperswil-Jona

Im Rahmen der Bürgergemeinden Rapperswil-Jona vom kommenden Dezember werden im Foyer des Stadthauses Rapperswil-Jona Modell, Pläne und Raumvisualisierungen des geplanten Stadtmuseums am Herrenberg in Rapperswil öffentlich gezeigt.

Ausstellung
12. November bis 4. Dezember 2009
Stadthaus Rapperswil-Jona, Foyer
St. Gallerstrasse 40
8645 Jona
Öffnungszeiten Schalterstunden

Informationsveranstaltung

Donnerstag, 26. November 2009, 18.30 Uhr

Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona

Schönbodenstrasse 1

8640 Rapperswil